Pata Messengers

Pata Messengers

Norbert Stein – Tenorsaxophon
Philip Zoubek – Piano
Joscha Oetz – Kontrabass
Etienne Nillesen – Präparierte Snare Drum + Cymbal

Die Virtuosität, die Interaktionen und die Kunst der Improvisation der Pata Messengers entfalten sich in spannenden Pata-Kompositionen. Ein kraftvoller Fluss expressiver Musik.

Pressestimmen zur CD „We are“

Es entfaltet sich ein intensiv wahrnehmbarer Reichtum
Wenn das Wort nicht den Hinweis auf ein großes Problem enthielte, könnte man sagen, dass Norbert Steins Musik bipolar ist. Die beiden Pole, die ihr eine stets gegenwärtige Spannung geben, sind eine sangliche, melodische Wärme auf der einen und eine schroffe, obertonreiche Härte andererseits. Vielleicht ist der Titel des sechsten Stückes „Polarity“ eine Spur. Wer jetzt an Ernst Bloch denkt, könnte sich an den Dualismus von Wärmestrom und Kältestrom erinnert fühlen und bei dem Titel des neuen Albums der Pata Messengers We Are an die ersten Sätze von Blochs Tübinger Einleitung in die Philosophie: „Ich bin. Aber ich habe mich nicht. Darum werden wir erst.“ Es geht – bei Bloch – um die Platzierung eines Konzepts von Utopie mitten im Leben beziehungsweise – bei Norbert Stein – mitten in der Musik: Wann haben wir uns?

Die Pata Messengers arbeiten sich in Quartett-Besetzung an dieser Frage mit strenger Sparsamkeit der eingesetzten Mittel ab und mit einer wirkungsvollen, gleichwohl freiheitlich konzipierten Regelhaftigkeit. Es gibt in dieser Band einen musikalisch ungemein fruchtbaren Konsens darüber, was „genug“ bedeutet und wo das Zuviel anfinge: Niemand tut hier zu viel, und gerade dadurch entfaltet sich ein intensiv wahrnehmbarer Reichtum. Mitten im metrisch, klanglich und tonal freien Improvisationsgetümmel bleibt das Melos, dem die Musik verpflichtet ist, immer wie ein Hintergrundrauschen, wie eine offene Tür am Horizont oder wie ein Duft. der dem ersten Stück „Perfume“ seinen Titel gegeben hat, gegenwärtig.

Hans-Jürgen Linke / Jazzthetik

Ein Hörvergnügen mit beglückendem Tiefgang
Freie Musik, die eine beredte Botschaft transportiert, gehört zu den schwierigsten Disziplinen, die den Musikern viel Erfahrung und Kreativität abverlangt. Der Saxofonist Norbert Stein und seine Band „Pata Messengers“ machen auf ihrem neuen Album vor, wie so etwas geht. Bündeln doch hier fabelhafte Spieler ein Maximum an beflügelnder Musikalität – eben weil sie wissen, was sie tun und was der Moment erfordert. Und weil es sich bei den Pata Messengers eben nicht um ein kurzfristiges spontanes Projekt handelt, sondern hier umso mehr eine intensiv aufeinander eingeschworene Band-Chemie greift. In diesem Sinne ist der Albumtitel auch ein selbstbewusstes Statement für gelebtes musikalisches Wir-Gefühl. „We are“ – nicht mehr und nicht weniger! Tiefes Vertrauen herrscht zwischen Norbert Stein und dem Pianisten Philipp Zoubek sowie Joscha Oetz am Kontrabass und Etienne Nillesen an den Percussions.

Gemeinsam sind sie stark auf dem schmalen Grat zwischen konsequenter formaler Durchstrukturierung und maximalem freien Ideenfluss. Erkennungsmerkmale der Stücke sind immer wieder Tonskalen, die von den Spielern in dichtem Unisonospiel intoniert werden, oft in mehrmaliger Wiederholung. Das sorgt für stringente Grundsubstanz, was manchmal gar wie formstrenge Zwölftonmusik wirkt und der Musik immer wieder neu eine sehr klare Rhetorik gibt. Aber aus diesem Konsens wird immer wieder neu viel subjektives, spontanes und auch tief lyrisches abgeleitet. Da mäandern die subjektiven Ideenströme der einzelnen Spieler in immer neue spielfreudige Verästelungen, um dort erst richtig aufzublühen. Fast so, wie ein Baum, der sich immer weiter verzweigt und dabei viel Schönheit im Detail entfaltet. Wenn sich solche Bilder und Assoziationen beim Hören einstellen, dann jedenfalls haben erfahrene Musiker hier das richtige gemacht. Disziplin als Basis der Freiheit, um dadurch zu etwas wirklich großartigem zu gelangen – aus solchen Einsichten zaubert das neue Album der Pata Messengers ein Hörvergnügen mit beglückendem Tiefgang.

Stefan Pieper / nrwjazz.net

Das Album oszilliert zwischen wunderschönen, auskomponierten Themen und Räumen absoluter Freiheit … als Hörer wird man einfach mitgerissen.

Xavier Plus / Concerto

Intensität, Tempo, Dichte und Expression … wunderbare komponierte Melodien … und Freiheit …

Tobias Böcker / Jazzpodium

… das Streben nach einem höheren musikalischen Ziel, für das Öffnen unbekannter, expressiver Räume. Quasi ein philosophischer Ansatz, mit dem der Saxophonist neun dynamische Kompositionen zu Papier gebracht hat. Die vier spielen beseelt mit Kontrasten, stellen Unisono-Passagen neben freie Formen, schichten Klänge und Strukturen übereinander. Jeder Ton, jede Pause ist wichtig. Mitunter klingt Norbert Stein … wie das Assoziationskettenwerk eines Sonny Rollins, manchmal zart und anarchisch wie Archie Shepp. Harsche Tonsprache, spröde Schönheit, großes Werk.

Reinhard Köchl / Jazzthing

… ob frei oder vorgeschrieben, die Musik der Pata Messengers ist transparent. Dem Quartett geht es offensichtlich nicht darum, mit wilden Kapriolen aus etwas Einfachem etwas Komplexes zu machen. Vielmehr erspielen die vier die zwingende Komplexität eines vermeintlich überschaubaren und bekannten Feldes.

Christof Thurnherr / Jazz´n´More

… viel freie Spielkultur, kompositorisch Zeitgenössisches, eine profunde Liebe zur Melodie und der unbedingte Wille, sich nicht festlegen zu lassen. Leben ist Musik und Experiment.

Ralf Dombrowski / stereoplay

… abwechslungsreich und stets voller Überraschungen … ein musikalischer Genuss.

Klaus Mümpfer / jazzPages

Was geht da die Post ab!

Michael Rüsenberg / Jazz City

Stein transparently morphs avant-garde inclinations into an uncanny form of conventional wisdom.
Venerable German saxophonist, composer Norbert Stein’s various ensemble manifestations draw inspiration from the work of 19th century scientist, Dr. Faustroll who developed the ‚pata physics‘ theory, defined as a science centered on „unreal logic.“ Here, the artist leads a quartet under the moniker „Pata Messengers,“ which is a semi-free program framed on linear thematic sequences that contain underlying melodic content with spacious intervals and rhythmically complex unison runs.

Certain works spark notions of Ornette Coleman’s harmolodic principles as melodies, phrasings and cadences are executed with knotty and soaring lines via forward moving passages. Yet the band also puts the musical transmission in reverse as a means of intimating a different perspective on a core plot. It’s a nifty concept that garners additional interest throughout.

Many of these pieces share similar attributes. It’s akin to a lengthy suite designed with alternating subplots amid robust improvisational exchanges. For example, on „Diatonic Upanishad,“ Etienne Nillesen—who solely performs on a prepared snare drum and cymbal—stays on top of the pulse to incorporate a sense of urgency for Stein and pianist Philip Zoubek’s swirling currents, refreshed with a playful motif and ascending choruses. However, „What We Are“ is a medium-tempo bop anchored by bassist Joscha Oetz’s supple support and energized by Stein’s brusque attack, sweetened by a touch of vibrato and fluent single note flurries as the band systematically pick up the pace.

„Mellstones“ boasts a memorable hook and an uplifting trajectory, as the final piece „Friendship,“ is an ‚amicable‘ one-minute ballad that finalizes the program on a temperate footnote. Here and throughout, Stein transparently morphs avant-garde inclinations into an uncanny form of conventional wisdom.

Glenn Astarita / All About Jazz

 

Strong and satisfying
This music has definite structures and once their presence is met the quartet pretty much goes free form with Nillesen playing with and counter to the other members of the group. Stein’s growl-ly tenor is very strong and gives a sense of great reserve of power and ideas. Similarly Zoubek’s piano acts as a counter foil full of ideas. A strong and satisfying date

Robert D. Rusch, Papatamus, Cadence

Own musical personality
Norbert Stein is a German tenor-saxophonist who has performed throughout Europe and the world including several visits to the U.S. He has a large tone and is equally skilled at caressing melodies and playing very adventurous and expressive solos. He sometimes hints at Archie Shepp and Albert Ayler but always displays his own musical personality.

While Stein sometimes leads the James Choice Orchestra and several other ensembles, We Are features his Pata Messengers, a quartet also including pianist Philip Zoubek, bassist Joscha Oetz and drummer Etienne Nillesen. The group performs nine of its leader’s originals.

On this CD, Norbert Stein and his sidemen often introduce a warm folkish melody before engaging in advanced improvising. While playing quite free much of the time, the group does not lose sight of the mood set by the themes and in spots shows its ability to swing in a modern manner. The rhythm section keeps a forward momentum constantly flowing, building upon the past while looking towards the future. Zoubek has several excellent solos while Oetz and Nillesen never let the music merely coast.

With Stein contributing fiery solos, We Are stays consistently passionate.

Scott Yanow, Los Angeles Jazz Scene

Fluid from freedom to in time
German tenor saxophonist Norbert Stein calls his high-minded yet addictive European jazz quartet the Pata Messengers, after patyaphysics, an „an imaginary realm additional to metaphysics“ developed by the Parisian absurdist Alfred Jarry (1873-1907). Fluid from freedom to in time, according to Michael Rusenberg, „Pata music floats in a large area of brackish water … between singable waltz … and complete dissolution of the meter.“ Drummer Etienne Nillesen uses only a prepared snare drum and cymbal for a kit and makes it work very well. Philip Zoubek is Stein’s first piano player and rounds out the proceedings, you can hear the difference between this and the other Stein / Pata Music releases in our library.

Hemroid The Leader, KFJC 89.7 FM, Los Altos Hills, California

Putting individual stamp(s) on the classic tenor saxophone-and-rhythm-section formation
Norbert Stein/Pata Messengers We Are PataMusic Pata 24
Ivo Perelman/Matthew Shipp/William Parker/Bobby Kapp Heptagon Leo Records LR 807

Putting individual stamp(s) on the classic tenor saxophone-and-rhythm-section formation are two veteran saxophonists, German Norbert Stein, whose musical associates are all Köln-based and Brazilian Ivo Perelman playing with a trio of New Yorkers. In spite of the almost identical CD length and instrumentation, the eclectic nature of improvised music allows for genuinely autonomous discs, which also expose oblique variants of each saxophonist’s usual work. Stein, often helms meticulously arranged programs of his compositions for larger ensembles, and who has recently been flirting with interpretations of German poetry, lets himself go on We Are, with seven performances which speak to old-time jam sessions as well as Free Music sound exploration. Perelman during the past couple of decade has established himself as one of the bolsters of the uncompromising Free Jazz tradition, However there are points during Heptagon’s six tracks where the melodious concept which is always subtly present in his improvising become more obvious.

Stein’s Pata Messengers here consist of Austrian pianist Philip Zoubek, whose exploratory playing usually takes place alongside the likes of Carl Ludwig Hübsch; bassist Joscha Oetz, who plays with folks like Simon Nabatov; and percussionist Etienne Nillesen, who has also worked with Hübsch and Nabatov. Perelman’s associates include pianist Matthew Shipp and bassist William Parker, some of the most recorded jazzers of our time, whose playing partners range from Evan Parker, Hamid Drake and outwards in every direction; plus drummer Bobby Kapp, a 1960s avant-gardist recently returned to the scene.

Pressurized, buoyant and with a hint of melody, Stein’s unmatched horn explorations dig into the furthest regions of his horn with the same singleness of purpose he brings to orchestral exploration. Sticking to mostly the same tempo and with the same depth of feeling throughout, Zoubek’s animated keyboard forays not only dig out drama on their own, but also add two-handed cohesion in tandem with the tenor saxophone work. Playing only prepared snare drum and cymbal, Nillesen bolsters the rhythm without bravado. Free form and grounded at the same time, many of the tracks follow different patterns. Stein’s harsh blowing and snorting with a Hard Bop edge on „What We Are“ for instance networks a swinging interface to include a walking bass line, measured clangs from the drummer and fleet comping from Zoubek. In contrast, „Diatonic Upanishad“ is a staccato tenor saxophone showcase, but like a Western climber in the Himalayas, the achievement is made possible by Sherpa-like bolstering from parade-ground-like drumming and locked-in piano chords.

Most arresting are consecutive tracks, „Polarity“, „Be yond!“ and „Mellstones“, which could comfortably be a triptych suite by themselves. On the first, the pianist’s key clipping elaborates a near-balladic exposition which seesaws alongside moderato reed slurps. Picking up the tempo, the following tune is freer at first, prodded by popping drum beats, high-frequency piano glissandi and altissimo reed split tomes, only to slip unobtrusively into the more mellow „Mellstones“. Featuring a strummed guitar-like bass solo and subtle harmonies from the pianist which cuddle alongside carefully organized tonal breaths from the saxophonist, the final theme adds up to the perfect suite ending and CD finale.

Expert in rugged syncopated rhythms and chiaroscuro multiphonics, the quartet on Heptagon never mutates sounds and narratives to the extent that a certain musical strategy isn’t clear. One obvious contrast with We Are is the position of the double bass. Oetz’s contributions may be muted by the other Pata Messengers‘ sounds. But Parker’s upright pulse throbs throughout Heptagon, not quite upfront, but not ‚way behind either. At times as well, the simpatico Arco slides and elevated timbre expelling from Perelman throughout almost mirror one another. On the other hand, the friction generated by Kapp’s drums is usually conveyed by unobtrusive brush work or uncomplicated tick-tock patterns. That means that a track like „Part 4“ is compartmentalized with subtle swing as Shipp’s high frequency patterning takes the form of decorative elaborations, while Perelman’s theme examination is squeezed out with toothpaste tube-like consistency, with only the occasional whines and slurps relating to his usual vibrations. However the track that precedes it features unreconstructed Free Jazz swing with the reed line pin-width narrow and altissimo, prodded by slippery bass string sweeps.

The plateau reached by layering desiccated tones from Perelman on top of galloping kinetics from Shipp and chromatic pushes from the bassist and drummer on „Part 5“, is scaled by a drum solo and leads to a sinewy stride showcase for Shipp on „Part 6“. Instructively, before he starts deconstructing the theme via shrill pitches, backed by spiccato double slides and smacks plus a waft of scattered theme variations, Perelman has exposed a light Paul Desmond-like tone earlier on that track. From that point on, the climatic and final „Part 7“ reprises many of the multi-sequenced motifs in miniature as it works up to a crescendo. Kapp click-clacks to hold the beat, Parker thumps out a further theme-shaping beat and Shipp comps rhythmically. All of this sets up some kinetic tongue and lip jujitsu from the saxophonist, which in a thickset of slippery, slurry, and soaring reed bites concludes the program, confirming both its neutral and irregularly configured parts.

Two tenor-saxophone-and-rhythm-section CDs prove with unique and satisfying sounds the reason why this formation has long been considered classic.

Ken Waxman, jazzword

Pressestimmen zur CD „Friends & dragons“

Cover CD Freunde und Drachen sind nicht Existenzen aus zwei verschiedenen Welten, sondern nur zwei Daseinsweisen des selben Wesens, Seiten der selben Medaille. Wenn es um Ambivalenzen und Doppeldeutigkeiten geht, dann ist Norbert Stein in seinem Element, und sein aktuelles Quartett ist gesegnet mit Doppelcharakteren.

Die Musik ist manchmal zartfühlend freundlich und liebevoll melodisch, dann schaltet sie um und wird expressiv und schroff, und meist muss sie dazwischen nicht mal umschalten, sondern sich nur entwickeln. Immer ist sie von intensiver Hinwendung an die heikle Gestaltung kleinster Details geprägt. Wie Norbert Stein selber am Tenorsaxofon mit seiner Tonbildung arbeitet, mit Obertönen, Subtones, Vibrato, Mehrklängen und Ausklingenlassen und Überblasen, das gibt gerade auch den ruppigsten Passagen einen ruhigen Untergrund und umgekehrt.

Erstaunlich sind auch die Klangwelten, die Nicola Hein in seiner Gitarre gespeichert hat. Und die melodischen Motive, die Stein und Hein unisono spielen, sind von einer unabweisbaren Intensität, die von der präzisen Präsenz der Rhythmiker Joscha Oetz und Etienne Nillesen noch auf die Spitze getrieben wird.

Friends & Dragons enthält vier Stücke, die zusammen einen Mikrokosmos entfalten und dabei keinen Ton, keine Wendung, keinen Klang zu wenig und zu viel in die Welt setzen. Und das Stück mit dem Titel „Information from the Birds“ ist offenbar der phylogenetischen Geschichte der Vögel gewidmet, die immerhin die nächsten Verwandten sind, die die Dinosaurier auf unserem Planeten hinterlassen haben. Schade, dass die CD nach vier Stücken schon zu Ende ist. Andererseits: Hätte es wirklich noch mehr zu sagen gegeben?

Hans-Jürgen Linke, Jazzthetik

Tiefschürfende Musik, die ihre Kraft aus Kontrasten schöpft

Vor einem halben Jahr haben wir erst Norbert Steins Rilke-Projekt vorgestellt, da trudelt schon wieder eine – wenn auch mit knapp 20 Minuten sehr kurze – CD des rührigen Kölner Saxofonisten mit seinem Quartett ein. Wie immer tiefschürfende Musik, die ihre Kraft aus Kontrasten schöpft und besonders packend wird, wenn die Band Klänge und Strukturen übereinander schichtet, so dass man gar nicht mehr weiß. wo man zuerst hinhören soll. Die Themenköpfe scheinen wie aus Satzmelodien abgeleitet, die Tonsprache ist harsch und voll spröder Schönheit.

Martin Schuster, Concerto

Hohe interaktive Aufmerksamkeit, starke individuelle Statements und organisch atmende Rhythmen

Keine Kompromisse Was der Kölner Saxophonist Norbert Stein mit seinem Projekt Pata Messengers auf seine jüngste, knapp 20 Minuten wahrende EP gepresst hat, bietet Stoff für mehr. Auch wer sich nicht mit den absurdistischen (nicht absurden!) Überlegungen der Pataphysik abgeben mag, wird sich
der Faszination der ungemein dichten, überaus virtuosen Ausfaltungen der „Friends & Dragons“‚ kaum entziehen können.

Fürwahr, ein kraftvoller Fluss expressiver Musik erwartet den geneigten Hörer. Aufbauend auf feinen. im Grunde ruhig dahinflleßenden Themen bieten Norbert Stein, ts, Nlcola Hein, e-g, Joscha Oetz, b, und Etienne Nillesen, präparierte Snare und Cymbal, einen zuweilen rasant improvisierten Ritt durch Ihr eigenwilliges musikalisches Universum. Das zeichnet sich aus durch hohe interaktive Aufmerksamkeit, starke individuelle Statements und organisch atmende Rhythmen der Tempi und Intensltäten:“Giant things to get home“

Tobias Böcker, Jazzpodium

Improvisatorische Kraft

Norbert Stein ist seit Jahrzehnten eine feste Größe in der deutschen Jazzszene. Der Tenorsaxophonist hat sich mit seinen Pata-Besetzungen ein ganz eigenes Klanguniversum geschaffen. „Friends & Dragons“ ist sein neuestes Werk. Die klassische Quartettbesetzung mit Gitarre arbeitet sich durch spannungsgeladene und spannende Improvisationen, mal im Kollektiv, mal begleitend. Schön sind die Wechsel zwischen rubato im Tempo gespielten Unisonopassagen und komplett freien Abschnitten, wobei Norbert Stein eine Vorliebe für die Kombination mit Kontrabass zu haben scheint. Tenorsaxophon und Bass umarmen sich bei den Themenköpfen, umgarnen sich in den Melodien, bevor sie sich in Solist und Begleitung aufsplitten.

Mit großem Ton stellt Norbert Stein seine Kompositionen vor, besonders spannend finde ich „Giant Things to Get Home“ mit eingängiger Melodie und rundem Groove. Die Pata Messengers haben ihre improvisatorische Kraft absolut komprimiert und nur die Essenz übrig gelassen. Jeder Ton, jeder Sound hat seine Bedeutung. Logisch und konsequent, aber auch ein bisschen schade ist es. dass die CD eher eine EP ist und mit ihren vier Stücken nach 20 Minuten schon wieder zu Ende ist.

Angela Ballhorn, Jazz´n ´More

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Rezensionen von „friends & dragons“ als .pdf download

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Pressestimmen zu Patamusik

Im Jazz ist die Improvisation ein Stachel wider die Erstarrung in Konventionen, sie hält die Musik unter Spannung. Das ist das eine. Doch Norbert Stein ist auch das Kompositorische wichtig, die vorgeschriebene Sensibilität, Empathie und der Eigensinn, mit denen er für seine Mitstreiter Netze knüpft, um sie dann wieder zu zerreißen. Der Tenorsaxofonist und Bandleader glänzt mit brillanter Klarheit, die das Harsche nicht scheut, das Abstrakte liebt und doch aus dem Melodischen schöpft. Stein will alles oder nichts und hinterfragt ständig die Facetten seiner Fähigkeiten … er balanciert gekonnt über den schmalen Grat zwischen freier Improvisation und sehr ausgefeilten formalen Vorschriften….

Martin Woltersdorf, Kölner Stadt-Anzeiger

Norbert Steins Mischungen pflegen Triebe aus avantgardistischer Exegese und traditioneller Klangsprache mit den Mitteln zeitgenössischer Ideen.

Klaus Hübner, Jazzpodium

Es sind die dieser Musik inhärenten Frei- und Toleranz-Räume, die vielem, was durchaus schrill klingen kann, die Spitze und Schärfe nehmen. Es ist die Kompositionskunst Norbert Steins, die thematische Rahmungen schafft, in denen seine Band vieles tun und durchaus vehement aus sich herausgehen kann, ohne etwas falsch zu machen.

Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

Ein eigenständiger Klangkosmos, in dem sich strikt auskomponierte Teile und frei improvisierte in etwa die Waage halten; die Themen scheinen oft auf Sprachmelodien zu basieren und fügen sich mit ihrem erzählerischen Duktus ideal in den suitenhaften Charakter der Kompositionen ein.

Stücktitel wie „Nondual Action“ oder „This is You“ werfen die Frage auf, wie es denn der Komponist mit der Spiritualität hält. Stein dazu: „Wenn man Spiritualität als bewusste Beschäftigung mit Sinn- und Wertfragen des Daseins, der Welt und der Menschen und besonders der eigenen Existenz und seiner Selbstverwirklichung im Leben versteht, dann sehe ich in dieser Definition Berührungspunkte zu Patamusik. Musik ist eine der Künste, die dem Menschen zur Verfügung steht, um Wesentliches, Elementares und Bewegendes zu fassen. Das macht sie für die Kommunikation der Menschen so bedeutend. Sie kann Inhalte transportieren und mehr oder weniger verborgen Antworten auf die Frage nach dem WAS IST spüren lassen. Davon handelt Patamusik.

Martin Schuster, Concerto