PATA MASTERS
"Live in Australia"


PATA AT WANGARATTA

patali di rapata
cromda cromda ripalo
pata pata
ko ko ko

aus „Das Lied der Elefanten“ von Prof. Alfred Tautz, Pataphysiker
(Es ist so alt, daß nicht einmal Cornelius weiß, was der Text bedeuten soll)

Wangaratta klingt hierzulande mindestens ebenso obskur wie Pata. Dabei ist es ganz konkret: eine Kleinstadt im besten Weinanbaugebiet in Südost-Australien, die ihren Namen von den Aborigines bekam. Wangaratta heißt: Rastplatz der Kormorane. 1852 wurde dort Gold entdeckt, 1873 wurde Ovens Crossing (wie Wangaratta zunächst hieß) an das Eisenbahnnetz von Melbourne angeschlossen, 1942 wurde ein Aluminiumfabrik errichtet, 1959 machte man das Örtchen mit 15.000 Einwohnern zur Stadt, 1970 entstand eine Textilfabrik, die Yakka Overall Factory, seit 1990 gibt es dort das Wangaratta Festival of Jazz.

Landschaft in AustralienMittlerweile haben selbst die konservativeren Teile der städtischen Administration gelernt, Kultur als Standortfaktor zu buchstabieren, insofern also fast europäisch. Jedes Jahr pilgern inzwischen 30.000 Leute zum Festival of Jazz, mit steigender Tendenz. Da freut sich das Herz des Stadtmarketingmenschen. Den Namen Wangaratta würden sonst wohl ebenso wenig Leute kennen wie Moers, Pori oder Clusone, gäbe es dort nicht...

Im australischen Frühling, also im November, spielten im Jahre 2001 bei diesem Festival in Zelten wie im Rathaus, auf der Strasse wie in der Kirche an vier Tagen über 50 Gruppen von enormer stilistischer Breite: vom Dixieland Brunch über amerikanische Blues-Shouter wie Corey Harris bis hin zur Rekonstruktion von Coltrane's Meditations durch die jungen Wilden der Bucketrider Big Band aus Melbourne. Ein abenteuerlicher Mix, den wohl hierzulande kaum ein Festivalveranstalter wagte, aus Angst seine Klientel zu vergraulen. Da war es natürlich spannend zu erleben, wie dort wohl die Pata Masters aufgenommen würden.

Erstes Konzert in der gut besuchten St. Patrick’s Hall, einer Schulkirche, die gleichzeitig als Versammlungszentrum dient, samstag nachmittag, 14 Uhr, draußen brüllende Hitze, drinnen bei den Musikern gespannte Erwartung, beim Publikum interessierte Ruhe. Die Patas sind in Australien so bekannt wie bei uns Wangaratta - also gar nicht. Das ist gut für die Unvoreingenommenheit und bei Abwesenheit jeglicher Erwartungen ein prima Barometer für die Unmittelbarkeit der Wirkung der Pata-Musik. Schlitztrommel und Subkontrabaßflöte werden für das Publikum schnell zu der Selbstverständlichkeit, mit der sie gespielt werden. Der groovende Fluß der Musik wird auf der Bühne wie im Saal zum alleinigen Zentrum.
Es hat wunderbar funktioniert, wie Sie auf der CD hören können. Die Pata Masters wurden zu einem der unumstrittenen Höhepunkte des Festivals. Was Sie nicht hören können: Keiner verließ den Saal. Bei den zwei weiteren Konzerten in der Town Hall traf man so manchen neuen begeisterten Bekannten. Und es hat sich wieder einmal gezeigt, dass Musik sich am besten dann vermittelt, wenn sie wirklich etwas zu erzählen hat.

Peter Schulze, Radio Bremen

Pressestimmen in Australien:

Verkehrsschilder... Okay. This festival far exceeded my expectations. Curtis Lundy and Odean Pope (who has been here before) were not international guests who excited anticipation in the way, for instance, Arthur Blythe, Mark Helias or Sam Rivers had. But there was an international dark horse in the German band Pata Masters, and they gave delightful, clear, fresh, inventive and buoyant recitals in which composition and improvisation, acoustic and electronic sounds, were unusually well integrated. The instruments included flutes ranging down to the giant sub-contrabass!, slitted wooden bass drums and gongs, tenor saxophone, drum kit and electronics - all as good to look at as they were to hear... By John Clare, Jazzchor

Landschaft schwarz weiss... Perhaps their monumental music tradition frees Germans from the wretchedness of conformity. The Pata Masters´eccentric instrumentation blew their music into pleasantly uncharted waters. Their pieces brimmed with surprises ... By John Shand, The Sydney Morning Herald

... Norbert Stein´s Pata Masters work to generate a true ensemble feel, where individual ideas are expressed in shared context that creates an unfamiliar but enchanting sound world. The stage set-up of this unique German ensemble resembles an ethnic art installation. Michael Heupel´s seven-foot sub-contrabass flute mounted alongside Matthias von Welck´s bass slit drum and custom-made klang-stub
But once your eyes grow accustomed to these sights, your ears begin to appreciate the unfailing musicality involved in making such instruments function as a single, enmeshed unit. Often, von Welck and drummer Klaus Mages would conjure up a hypnotic, bubbling groove, while Norbert Stein (on tenor saxophone) would articulate an intricate theme with Heupel on bass flute. At other times, Stein´s tenor would blow furious sweeps of angular sound across a throbbing, percussive landscape.

By Jessica Nicholas, The Age

Pressestimmen:

modern global

LandschaftsausschnittPata-Musiker Norbert Stein überrascht einmal mehr mit einer Live-CD, diesmal aus Australien. Diese Einspielung vom Wangaratta-Jazz-Festival ("Pata At Wangaratta" wäre auch ein möglicher Titel gewesen) entstand mit den sogenannten Pata-Masters, einer Formation, für die Norbert Stein neben weiteren Pata-Konzepten (Horns, Orchester, Trio) immer wieder neue Kompositionen ausheckt.

Mit dabei sind Flötist Michael Heupel - mit ihm arbeitete Stein bereits in der Formation Boury zusammen -, der langjährige Masters-Drummer Klaus Mages, Elektroniker und Perkussionist Christoph Hillmann und Steins Weggefährte aus der Initiative Kölner JazzHaus, Matthias von Welck, an Bass-Schlitz-Trommeln und Mallets. Die Musik bewegt sich zwischen stimmungshafter Klangmalerei und plätschernden, energetisch atmenden Grooves, die den Hörer gleich vom ersten Stück an in ihren Bann ziehen, da sie an Spannung schwer zu überbieten sind. Harmolodic-mäßige Themen konferieren über einen rhythmischen Klangteppich. Dabei wird der Bass-Part von den dunkel klingenden Schlitztrommeln oder der einzigartigen Sub-Kontrabass-Querflöte übernommen.

Mit dieser Platte - somit auch mit dem Konzert - legt Norbert Stein eine stimmige Visitenkarte für die Kreativität und Vielseitigkeit improvisierter Musik aus Deutschland vor.

sm, Jazzthing

Neues aus Wangaratta

Landschaftsausschnitt... die Spielfreude der patas ist bestechend. Sie treiben sich gegenseitig mit vorwärtsstürmenden Melodielinien über die Bühne, wechseln jäh von Groove-Figuren in die Oberstimmen und scheinen jedem einmal gefundenen Rhythmus etwas anderes entgegensetzen zu wollen. Nicht die schlechteste Botschafterrolle auf einem australischen Festival.

Robert v. Zahn, fermate

Pata live in Wangaratta

LandschaftsausschnittDie unmittelbare Erfahrung eines Live-Konzertes ist eigentlich nicht zu ersetzen. Manchmal gelingt es, die Konzert-Atmosphäre, von der Musiker wie Hörer beflügelt werden, einzufangen.

Im Winter 2001 traten Norbert Stein und seine Pata Masters beim Jazz-Festival im südost-australischen Wangaratta auf. Bei "Live in Australia" (Pata 15) wähnt man sich inmitten des enthusiastisch reagierenden "Aussie"-Publikums, das die nonkonformistische, in ihrer Instrumentieruung wohl als exzentrisch empfundene Musik stürmisch feierte. Und dem Michael Heupels riesenhafte Sub-Kontrabassflöte vermutlich vorgekommen ist wie ein Didgeridoo aus einer anderen Welt.

Tatsächlich ist der Flötist, in atemberaubenden Solo-Improvisationen oder in rasanten Unisono-Parts mit dem ebenfalls entfesselten Norbert Stein am Tenorsax, diesmal der Primus inter pares. Christoph Hillmann (Elektronik, Perkussion), Matthias von Welck (Schlitztrommel, Mallets) und Klaus Mages (Schlagzeug) sorgen für einen unglaublichen Drive. Die beste Pata-CD seit langem: ein Masterpiece, ein Meisterwerk.

Wolfgang Platzeck, WAZ

Die "Pata-Masters"

Die "Pata Masters" sind unternehmenslustig. Nach Südamerika und Nordafrika düsten sie im letzten Jahr auf die östliche Seite der Weltkugel: Singapur, Indonesien, Australien. Vom "Wangaratta Jazz Festival" in Australien existiert ein Live-Mitschnitt. Er ist das Zeugnis eines herausragenden Auftritts, die Bläser Stein und Heupel im polyphonen Schlagwerk der drei Perkussionisten - ein dichtes Kreisen um Inhalte, Bewegungen und Stimmungen.

Martin Woltersdorf, Kölner Stadtanzeiger